
Miyajima – Japans heilige Insel

Die Insel Miyajima, offiziell Itsukushima, liegt in der Bucht von Hiroshima und zählt zu den schönsten und spirituell bedeutendsten Orten Japans. Schon bei der Ankunft wird klar, warum sie als einer der „drei schönsten Landschaftsausblicke Japans“ gilt: Das Zusammenspiel von Meer, Bergen und traditionellen Bauwerken schafft eine einzigartige Atmosphäre.
Anreise mit der Fähre
Die Anreise nach Miyajima ist bereits ein besonderes Erlebnis. Von Hiroshima aus fährt man zunächst mit dem Zug bis Miyajimaguchi und steigt dort auf eine Fähre um. Die etwa zehnminütige Überfahrt bietet einen herrlichen Blick auf das Meer und – bei klarer Sicht – schon aus der Ferne auf das berühmte rote Torii im Wasser. Während sich die Fähre der Insel nähert, wächst die Vorfreude auf die besondere Stimmung dieses Ortes.
Der berühmte Itsukushima-Schrein
Das Wahrzeichen der Insel ist der beeindruckende Itsukushima-Schrein, der zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört. Besonders bekannt ist das große, leuchtend rote Torii-Tor, das bei Flut scheinbar im Meer zu schweben scheint. Bei Ebbe hingegen kann man bis zu den Pfeilern des Tores hinunterlaufen. Der Schrein selbst steht auf Stelzen über dem Wasser und vermittelt das Gefühl, direkt mit der Natur verbunden zu sein – ein zentrales Element des Shinto-Glaubens.
Die freilaufenden Rehe
Ein weiteres charmantes Merkmal Miyajimas sind die frei herumlaufenden Rehe. Sie gelten als heilige Tiere und bewegen sich ganz selbstverständlich zwischen Tempeln, Geschäften und Besuchern. Oft kommen sie neugierig näher, weshalb man Taschen und Karten gut festhalten sollte. Trotz ihrer Zutraulichkeit sollte man sie respektvoll behandeln und nicht füttern.
Miyajima vereint Natur, Spiritualität und Tradition auf harmonische Weise. Die entspannte Atmosphäre, die historische Architektur und die besondere Lage im Meer machen die Insel zu einem unvergesslichen Reiseziel in Japan. (KD)




Das Printing Museum in Tokyo

Als ausgebildeter Druck- und Medientechniker war der Besuch im Printing Museum, Tokyo für mich mehr als nur ein Programmpunkt auf meiner Japanreise – es war ein echtes Highlight. Das Museum wurde von der japanischen Druckerei Toppan Printing gegründet und verbindet auf beeindruckende Weise Technikgeschichte mit moderner Medienentwicklung.
Besonders spannend fand ich den historischen Bereich, in dem die Entwicklung vom frühen Holztafeldruck bis hin zu modernen Offset- und Digitaldruckverfahren gezeigt wird. Als jemand, der selbst an Maschinen gestanden und Druckprozesse begleitet hat, war es faszinierend zu sehen, wie sich Technik, Präzision und Materialeinsatz über Jahrhunderte verändert haben. Alte Druckpressen, originale Druckplatten und anschauliche Modelle machen die Entwicklung greifbar.
Ein Highlight war für mich die Darstellung der Gutenberg-Presse und ihr Einfluss auf die weltweite Medienlandschaft. Zu sehen, wie sich aus mechanischen Verfahren unsere heutige hochautomatisierte Druckindustrie entwickelt hat, hat mir noch einmal bewusst gemacht, wie wichtig unser Handwerk für die Informationsverbreitung ist.
Gleichzeitig zeigt das Museum auch die Brücke zur Gegenwart: digitale Workflows, Farbmanagement und moderne Produktionstechniken werden verständlich erklärt. Gerade dieser Mix aus Tradition und Innovation hat mich begeistert.
Für mich war der Besuch nicht nur kulturell interessant, sondern auch beruflich inspirierend. Es hat mir gezeigt, dass Drucktechnik weit mehr ist als Produktion – sie ist ein zentraler Teil unserer Mediengeschichte und Zukunft zugleich. (MR)


